Description
Sprachthematisierungen geben Aufschluss uber kontroverse Themen und Wissensbestande einer Diskursgemeinschaft und werden zudem von den Akteur*innen als kommunikatives Mittel in Interaktionen strategisch eingesetzt. Die diskurslinguistische Studie widmet sich der Frage, wie sich Sprachthematisierungen auf lokaler Interaktions- und translokaler Diskursebene handlungsorientiert in formaler Hinsicht sowie in ihrer Polyfunktionalitat beschreiben lassen. Am Beispiel des Diskurses um Ein- und Zuwanderung nach Deutschland werden Thematisierungen von Sprachgebrauch im Rahmen eines Mehrebenenmodells erfasst, wobei diskurs- und gesprachslinguistische Datenreprasentationen und Method(ologi)en miteinander verknupft, sowie um polito-, medien- und soziolinguistische Ansatze erweitert wurden. Damit liegt eine korpuspragmatische diskurslinguistische Studie vor, die mundliche Kommunikate systematisch und fundiert in die Diskurslinguistik einbezieht. In Bundestagsdebatten und politischen Fernsehdiskussionen eingesetzte Sprachthematisierungen sind haufig ein Mittel der Hervorbringung von Kritik an anderen Akteur*innen im Rahmen der Offentlichkeit. Die detaillierte qualitative Analyse der Belege ermoglicht es, das weite Einsatz- und Funktionspotenzial metakommunikativer Praktiken in Interaktion und Diskurs offenzulegen
